Rasierpinsel und Rasierklingen haben eines gemeinsam. Sie müßen auf jeden Fall gut sein, aber nicht zwingend teuer.
Rasierpinsel sollten möglichst aus Dachshaar sein. Es gibt verschiedene Qualitäten, die aus der verschiedenen Behaarung des Dachses herrühren.
Die Rückenbehaarung nennt man Silberspitze oder Silberspitz/Dachsspitz. Je nach Qualität der Haare, kann ein so bestückter Pinsel ohne weiteres mehrere Hundert Euro kosten. Ob man sich das antun will, sollte jeder für sich entscheiden. Fakt ist, man muss es nicht. Gute Silberspitzen-Pinsel gibt es schon ab ca. 20,- Euro. Pinsel um 50,- Euro stellen mit Sicherheit schon eine sehr gute Oberklasse dar. Silberspitze ist weicher als andere Dachshaare, nimmt mehr Wasser auf und erzeugt einen feineren und reichhaltigeren Schaum:
Dachszupf ist eine Stufe darunter anzusiedeln. Hier muß man aufpassen, daß man nicht zu viel bezahlt, denn Dachszupf wird oft nicht viel günstiger als Silberspitze verkauft, hat aber andere Qualität. Dachszupf ist etwas dunkler als Silberspitze, leicht härter und etwas weniger wasseraufnehmend und schaumbildend:

Dachs oder Normaldachs stellt die preiswerteste Qualität dar. Wobei er immer noch wesentlich weicher ist, als jeder Borstenpinsel. Er kann sehr dunkel, fast schwarz sein, weil er von weniger wertvollen Fellregionen des Tieres stammt. Er ist deutlich rauer im Gesicht, kann gar pieken (was mancher auch als angenehm empfindet) und erzeugt etwas schlechter den gewollten Schaum. Obwohl ihn mancher bei der Benutzung von Rasierseife bevorzugt, wo er den Schaum eben besser erzeugen soll:
Früher weit mehr verbreitet, sicherlich auch aus Kostengründen, war der Borstenpinsel. Er besteht aus Schweineborsten, was ihn ungleich rauer als einen Dachspinsel macht. Barbiere/Friseure schwören allerdings auf ihn, weil er wohl aus der Rasierseife schneller einen guten Schaum erzeugen und im Gesicht einen gewißen Massageeffekt haben soll. Hier ein professioneller Omega-Barbierpinsel aus Italien:
Es gibt noch synthetisch bestückte Pinsel für Veganer, oder solche Anwender die die Eigenschaften dieser Faser mögen. Und es gibt Pinsel aus anderen Haaren, wie Rosshaar. Diese stellen aber eine kleine Stückzahl dar und sind in ihren Eigenschaften zumindest umstritten.
Der Pinsel sollte nach der Benutzung gut durchtrocknen können, was die Verwendung von mindestens zwei Rasierpinseln im täglichen Wechsel nahelegt. Ob er auf seinen Griff gestellt werden kann, oder an einen Ständer gehängt werden sollte, ist umstritten. Früher, als noch viel mehr dieser Pinsel verwendet wurden, hat man ihn einfach aufgestellt oder hingelegt. Die Pinsel wurden trotzdem sehr alt. Daneben zählt für mich auch der Kapillareffekt eine große Rolle, so daß ich persönlich nicht glauben mag, daß das Wasser aus dem hängenden Pinsel laufen soll. Da ein Pinsel in einem Ständer aber auch nett aussieht, hänge und stelle ich sie ja nach Gusto. Wichtig ist, daß man den Pinsel nach Gebrauch sofort ausspült und danach in der Luft gründlich ausschlägt, um das meiste Wasser schon zu entfernen.
Mehr und anderes zum Pinsel erfahren Sie hier.
-------------------------------------------------------------------
Die Rasierklinge gibt es so seit der Jahrhundertwende zum 20'ten Jahrhundert. Nur das Design änderte sich noch einmal, weil man von Dreiloch- (Rundkopf-) auf Langschlitz-Klingen wechselte, die in deutlich mehr Hobel passen. Seitdem sahen die Rasierklingen so wie heute noch aus. Hier eine Auswahl an Marken:
In der Qualität der Klingen, gibt es deutlichste Unterschiede. Aber welche Klinge nun für wen am besten geeignet ist, läßt sich kaum sagen. Hier möchte ich auf das Forum verweisen, wo ständig alle möglichen Sorten und Marken getestet und auch Bezugsquellen und Preise genannt werden. Das ist leider auch nötig, da man im normalen Supermarkt dann oft nur Klingen mit bestenfalls mittelmäßiger Qualität bekommt. Bessere Ware erhält man schon in Stahlwarengeschäften oder Messerfachgeschäften. Sehr gute Klingen sind fast ausschließlich über das Internet erhältlich, wobei man sich auch hier vorher kundig machen sollte, ob die begehrte Ware etwas taugt. Dazu kommt das Phänomen, daß fast jede Klinge, mit jedem Hobel, bei jedem Anwender anders wirkt, oder zumindest anders empfunden wird. Was wiederum auch noch durch die jeweilige Tagesform beeinflußt wird. Wer sich die Mühen des Befragens und Testens aber macht, wird den Unterschied von guten und schlechten Klingen sehr wohl bemerken und sich "seinen" Favoriten mit der Zeit herauspicken.
----------------------------------------------------------------
Lederriemen für die Messerrasur sind nötig. Man sollte vor jeder Rasur das Messer darauf abziehen. Das richtet den mikroskopisch feinen Grat auf der Schneide auf und bereitet diese so auf die Rasur vor.
Es gibt verschiedene Arten von Riemen. Am verbreitesten sind der Hängeriemen und der Spannriemen (Streichriemen). Beide sind verschieden im Handling und haben ihre Liebhaber. Der Hängeriemen wird mit einer Seite aufgehängt und an der anderen Seite dann stramm gezogen. Diese Spannung wird am Spannriemen mit einem Drehgriff erzeugt. Dafür ist ein Spannriemen aber wesentlich kürzer. Auf beiden wird das Messer abgezogen, indem man es auf den Riemen, mit dem Rücken in Zugrichtung, auflegt, ohne zu drücken. Und zwar auf die feine, glatte Seite des Riemens. Dann zieht man das Messer, mit dem Rücken voran, über den Riemen. Am Ende des Riemens, dreht man es über den Rücken in die andere Richtung und zieht dann die andere Klingenseite ab. Das sollte man 6 - 10 mal wiederholen. Über den Rücken drehen deshalb, weil man sonst in das Leder schneiden könnte, was den Schneidgrat zerstört, so daß man das Messer neu einschleifen müsste. Die andere, fast immer rauere Seite des Riemens, kann man mit spezieller Paste oder Chromoxyd-Farbe bestreichen. Diese wird dann zu einem gelegentlichen leichten Schärfen benutzt. Dabei verfährt man genau wie beim Abziehen, kann aber etwas mehr Druck ausüben.

Das Schleifen eines Messers ist mit gewissem Talent verbunden. Ich selber traue es mir nicht zu, weil ich kein so geduldiger Mensch bin. Daher lasse ich Forumskollegen meine Messer schleifen oder neu beschalen, wenn es sein muss. Deshalb gehe ich hier auch nicht auf Schleifsteine oder die Beschalung ein, sondern verweise wieder auf das Forum.
-----------------------------------------------------------------
Mancher schlägt seinen Schaum mit Rasiercreme oder Rasierseife in einem Behälter auf, der dafür hergestellt wurde. Das ist aber nicht unbedingt nötig. Ich selber schäume meist direkt im Gesicht auf. Aber auch ich habe einige Behälter zusammengetragen. Manchmal zwangsweise, weil die Seife bereits in einem solchen Behälter steckt. Sie werden, je nach Art, Mug oder Scuttle genannt oder einfach Schale oder Schaumtasse. Hier einige verschiedene Behälter:

Oben links und rechts, habe ich Behälter zweckentfremdet. Links eine Suppenterrine, rechts einen Acrylbehälter für Wattepads. Ganz links der helle Holzbehälter stammt aus einem schwedischen Möbelhaus und war für Erdnüsse und ähnliches gedacht. Die drei unteren Behältnisse, stellen gleichzeitig die Verkaufsverpackung der Seifen dar.